Innovationen sind nicht nur im „high-tec“ Bereich möglich.
Seit mehreren Jahrzehnten werden Rohrisolierungen im Prinzip nach dem gleichen Verfahren hergestellt.
Unabhängig vom Isolierzweck, ob nun eine Wärme- oder Kälteisolierung oder einfach nur ein Berührungsschutz gefordert ist, wird das gleiche Prinzip angewendet. Ein Mediumrohr wird verlegt, der Isolierer übernimmt das fertig verlegte Rohr und erstellt je nach Bedarf die passende Isolierung. Diese Verfahrensweise ist zumindest bei unkomplizierten und langen Strecken ins Wanken geraten.
Zunehmend setzt sich bei den Betreibern, die über lange Rohrstecken verfügen, also vornehmlich die chemische und petrochemische Industrie, eine neue Technik durch. Als Vorbild dient hier das Verbundrohr, das sich bereits für die unterirdische Verlegetechnik in den 70er und 80er Jahren gegenüber konventionellen Methoden durchgesetzt hat.

Das Prinzip ist ebenso einfach wie überzeugend. Ein Produktrohr, gleich welcher Beschaffenheit, wird als Mediumrohr mit einer fabrikseitig erstellten Polyurethanschicht versehen. Als Außenmantel greift man auf ein Produkt der Lüftungstechnik zurück und verwendet ein Spiralfalzrohr, welches bei diesem Produktionsprozeß kraftschlüssig mit dem Mediumrohr verbunden wird.
Die Verwendung eines Außenmantels aus Blech hat den Vorteil, daß auf ein Material zurückgegriffen wird, welches in den Werken bekannt ist und so mit der konventionelle Isoliertechnik kombiniert werden kann.
Auch haben sich die für die unterirdische Verlegung üblichen HDPE Mäntel nicht durchgesetzt, da sie in der Ultraviolettbeständigkeit anfällig sind.

Als Material für den Außenmantel haben sich folgende Materialen je nach Belastungsfall durchgesetzt:
- seewasserfestes Aluminium, meist AlMg3
- Aluminum-Zink, AZ 185
- Edelstahl, meist 1.4306
- verzinktes Blech
Als Besonderheit ist noch zu erwähnen, daß der in der Lüftungstechnik übliche Außenfalz logischerweise nach innen verlegt wird um ein Aufstellen des Falzes beim Verlegen zu vermeiden. Hierdurch entsteht eine glatte Außenfläche, welche für die anschließenden Isolierergänzungen eine gute und dichte Anschlußmöglichkeit bietet.
So bekommt man ein Produkt welches viele Vorteile in sich vereint:
- geringere und weniger Rüstung durch schnellere und kombinierte Montage von Rohr und Isolierung
- langlebige stabile trittfeste Isolierung
- Befestigungsmöglichkeit am Außenmantel (keine Korrosionspunkte, keine Wärme- oder Kältebrücken)
- geringerer Isolierdurchmesser bei gleichem Isolierwert
- Kombinierbarkeit und Verarbeitung mit konventioneller Technik



Je nach Anforderung werden diese Restisolierarbeiten entweder mit PUR-Schaum, PIR-Schalen oder Mineralfasermatten ausgeführt. Die Anforderungen an den Schutzmantel und den Isolieraufbau differieren stark je nach Anwendung und Betreiber.

Dampf- und Warmwasserbegleitheizungen sind auch in verschiedenen Ausführungsarten vorisoliert gebaut worden, hierzu werden entsprechende Leerrohre am Mediumrohr fixiert.

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